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USA und Fußball - Kapital-Mafia an der Spitze  Wenn man denkt, es würde keine Steigerung bei den Verrücktheiten in der Welt geben, dann muss man nur in die USA schauen oder zum Fußball. Die ringen beide mit wechselndem Erfolg um den Platz an der Spitze der unehrenhaften Liste. Und ganz besonders schlimm ist es dann, wenn beide gemeinsame Geschäfte machen oder es zumindest versuchen. Da ist auf der einen Seite ein Präsident, der kaum einen seriösen Test seiner geistigen Zurechnungsfähigkeit bestehen dürfte – es sei denn die Geilheit auf Deals jedweder Sorte würde in der Untersuchung als wichtigste Disziplin bewertet. In der Geschichte der USA hat es keinen Präsidenten gegeben, der derart hemmungslos private Interessen mit dienstlichen Aufgaben verbunden hat. In welchem Maße das möglicherweise außerhalb des geltenden Rechts geschah, wird sich sicherlich nicht während seiner Präsidentschaft klären lassen. Trump ist hemmungslos genug, Recht und Gesetz so auszunutzen oder sich zurechtzubiegen, dass während seiner Amtszeit keine Ermittlungen gestattet sind und Veröffentlichungen weitestgehend verhindert werden. Auf der anderen Seite macht gerade der Präsident des Weltfußballverbandes mal wieder von sich reden. Der aktuelle FIFA-Chef tritt mit Affären äußerst erfolgreich in die Fußstapfen seines Vorgängers, der mit Amtsmissbrauch, Korruption, Veruntreuung sowie Bestechung in Verbindung gebracht wurde. Bei ihm reichte es allerdings (leider) nicht zu einer Haftstrafe, sondern nur zu einer Job-Sperre für acht Jahre. Sein Nachfolger, der zunächst nur für die Zeit dieser Sperrung vorgesehen war, zeigte von Anfang an ein enormes Interesse an großen Zahlen – vor allem solchen, die sich letztlich in Geld umsetzen ließen: Veranstaltungen sollten für Milliarden angeboten werden. Dazu soll das WM-Geschäft – zumindest zum Teil – privatisiert werden: Das wäre für einige eine Lizenz zum Gelddrucken, zum Beispiel für Trumps Schwiegersohn. Der Vorschlag schlug in der Fußballwelt wie eine Bombe ein. Dass die beiden Großkopfeten gemeinsame Sache machen, deutete sich in verschiedenen Ereignissen an: Erst vergab Infantino einen „FIFA-Friedenspreis“ an Donald Trump, dann war er „behilflich“, als Trump ihn telefonisch bat, eine im Achtelfinale der WM 2026 gegebene Rote Karte zu überprüfen. Die wurde zwar zurückgenommen, die Amerikaner flogen aber auch mit dem zuvor gesperrten Spieler aus dem Viertelfinale. Das alles ist schon reichlich kritisiert worden. Aber der jetzige Vorschlag der totalen Kommerzialisierung der Weltmeisterschaft erregt die Gemüter gewaltig. Da wird der Vorwurf erhoben, das über Jahre aufgebaute Gleichgewicht zwischen Fußball als Spektakel und großer Volksleidenschaft laufe Gefahr, von einer ausschließlich gewinnorientierten Version hinweggefegt zu werden. Gerade so, als hätte es sich in den letzten Jahren bei Fußball – egal auf welcher Ebene – noch um Sport gehandelt und nicht um Großveranstaltungen der Unterhaltungsindustrie, die in einer modernen, aber deshalb nicht weniger widerlichen Form von Menschenhandel Spieler gegen beständig wachsende Summen zwischen den Vereinen hin- und her schiebt. Die Preise für Ballartisten ohne jeden lokalen, regionalen oder nationalen Bezug sind in der Spitze inzwischen bei völlig undiskutablen dreistelligen Millionenbeträgen angekommen.
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