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Sollte ich Söder wirklich irgendwo gelobt haben? Der Satz fiel nur nebenbei, hat mich aber doch gedanklich sehr beschäftigt. Vetter Horst aus München hatte meine Posts in Facebook gelesen und glaubte dabei festgestellt zu haben: „Selbst den Söder musstest du jetzt mal loben.“  Das saß wie die Ohrfeige mit einem Dampfhammer. Ich habe meine Texte so weit zurück durchsucht, bis ich mich selbst nicht mehr lesen konnte – aber einen Satz, wo ich Söder gelobt habe oder wo eine Stelle auch nur halbwegs den Verdacht nähren könnte, ich würde zu seinen Jüngern gehören, habe ich nicht gefunden und ist mir beim besten Willen auch nicht erklärlich. Dabei handelt es sich bei besagtem Vetter nicht um eine Dumpfbacke, die flüchtig liest und dann Mist erzählt, sondern um einen studierten Schreiber, bei dem Textanalysen zum Grundgerüst in einem Beruf zählen, in dem er außerordentlich erfolgreich ist. Das heißt, wenn da etwas hatte missverstanden werden können, dann lag das nicht an diesem Leser, sondern ich muss es mir als Schreiber zurechnen lassen. Aber ich bin sicher, mich nie – jedenfalls so gut wie nie – im mehr oder weniger trunkenem Zustand an mein Notebook zu setzen. Folglich könnte ich einen solchen Ausrutscher eines Söder-Lobs nur auf ein internistisches Problem, auf einen kurzen Denk-Aussetzer, zurückführen. So erklären Politiker ja auch ihre Denk-Pannen. Fest steht ganz sicher: Es stand nie in meiner Absicht, den amtierenden Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern, Dr. Markus Thomas Theodor Söder, mit auch nur ansatzweise als Lob zu deutenden Bemerkungen zu beehren. Der einzige positive Gedanke im Zusammenhang „mim Maggus“ hat wenig mit der direkten großen Politik zu tun, sondern hängt eng mit zwei Gaudi-Veranstaltungen zusammen. Dazu zähle ich Söders phänomenale Verkleidungen bei der Veitshöchheimer Fassenacht in Franken – und da drängen sich mir die Szenen aus den Singspielen nach dem Derblecken aus Anlass des Starkbieranstichs auf dem Nockherberg auf. Der unvergleichliche Stephan Zinner spielte viele Jahre den Söder als aufstrebenden Polit-Rabauken noch besser und drängender und fast noch hinterfotziger, als man es dem Original schon damals zutrauen musste. Da hätte ich vor ihm hinknien können, so gut hat er mir gefallen. Der Darsteller, nicht der Dargestellte. In Amerika gab es einen Schauspieler, der Präsident wurde, in der Ukraine amtiert ein ehemaliger Komiker an der Staatsspitze – in Bayern ist der Ministerpräsident auf dem besten Weg, sich vom Politiker über einen Bratwurst-Sommelier (manche verunglimpfen sein hohes Amt schon zu „Ministerfressident“) zum Clown zu entwickeln. Sollte ich mich irgendwann und irgendwo so unklar ausgedrückt haben, dass es – wenn auch mit unendlich viel Fantasie – als Lob hätte verstanden werde können für diesen vermeintlichen Stern des Südens, der jetzt einen Internet-Fuzzy gibt, dann bitte ich von ganzem Herzen um Entschuldigung. Das war nie beabsichtigt! Schwören würde ich – wetten dat i net. Wie der Bayer es ausdrückt.
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