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Patrick Schnieder ist ein Politiker, der Eier hat  Endlich mal ein Politiker, der nicht an seinem Sessel klebt, sondern sich das unmögliche Verhalten des Bundeskanzlers nicht gefallen lässt. Was haben wir nicht alles für würdeloses Verhalten erlebt von Politikern, die einfach nicht loslassen wollten von ihrem Einfluss, von ihrer gefühlten Macht und vor allem von den prall gefüllten Fleischtöpfen? Sie alle aufzuzählen, das würde den Rahmen dieser kurzen Betrachtung bei weitem sprengen. Erinnert sei nur an die beiden eklatantesten Fälle in letzter Zeit: den Verkehrsminister Andreas Scheuer, der als zweiter in der Liste der Geldverschwender steht, und den Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, der als ehemaliger Gesundheitsminister vorher den sagenhaften Rekord in Sachen Steuergeldverschwender „errungen“ hatte. Beide haben nicht einmal ansatzweise ein Unrechtsbewusstsein erkennen lassen – von Überlegungen, wegen ihrer Fehltritte freiwillig auf Amt und Würden zu verzichten, ganz zu schweigen. Im Gegenteil: Sie behaupten nach wie vor, im Recht gewesen zu sein. Und der unsägliche Scheuer kämpft sogar vor Gericht für seine Sicht der Dinge. Wie wohltuend hebt sich da Patrick Schnieder von den schmierigen Sesselklebern ab, der sich öffentlich vom Bundeskanzler düpieren lassen musste und dennoch nicht einfach den Bettel hinwirft, sondern um seine Entlassung bittet und damit „die Konsequenzen aus den Entwicklungen der vergangenen Tage“ zieht. Er will ausdrücklich „den unwürdigen Zustand beenden, der die notwendige sachliche Arbeit unmöglich macht“. Das ist mal ein Verhalten, an dem sich viele andere eine Scheibe abschneiden sollten und das vor allen Dingen den (noch – würde Jürgen Klopp an der Stelle vielleicht einfügen) amtierenden Bundekanzler Friedrich Merz dazu führen sollte, über seine Art des Umgangs mit „Kollegen“ – in dem Fall sogar mit einem „Partei-Freund“ – nachzudenken. Dass sich derlei Verhalten schon bald in einer furchtbaren Weise niederschlagen könnte, wird nicht nur von Pessimisten befürchtet. Genau solche Klopse sind nämlich Wasser auf den Mühlen der Partei, die sich mit blauer Farbe schmückt, aber in Wirklichkeit inhaltlich mit einem dunklen Jauche-Braun daherkommt. So kurz nach den Ereignissen kann es noch keine Umfrage-Ergebnisse geben. Aber man muss weder Prophet sein noch in eine Glaskugel blicken, um bei den anstehenden Wahlen für die Partei, die zumindest in Teilen gerichtlich anerkannt faschistisch ist, einen Schub von mehren Prozent zu sehen. Friedrich Merz täte gut daran, sich ein Beispiel an Patrick Schnieder zu nehmen und von seinem Amt, das er innenpolitisch nicht einmal ansatzweise ausfüllt, zurückzuziehen. Notfalls um den Preis von Neuwahlen. Dann könnten die Parteien der Regierungskoalition einigermaßen glaubhaft damit argumentieren, es würde danach einen wirklichen Neuanfang geben. Sich jetzt zuerst einmal durch das Sommerloch zu wursteln und dann in den drei Herbstwahlen die zu erwartende heftige Klatsche abzuholen, sollte keine Option sein. Aber es steht zu befürchten, dass Bundeskanzler Friedrich Merz eben nicht die Eier hat wie der von ihm so schmählich behandelte Verkehrsminister Patrick Schnieder.
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