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Jens Spahn deklassiert den Scheuer Andy Bundesmautminister Andy Scheuer konnte sich bislang als ungekrönter König der Geldverschwender fühlen. Nach groben Schätzungen hat er runde 600 Millionen in den Sand gesetzt – oder vielmehr durch miserable Verhandlungen vergeudet. Natürlich ist das viel, aber vielleicht in dieser Summe noch gar nicht alles. Bis jetzt ist nicht das ganze Ausmaß bekannt, welche Verträge unter seiner Verantwortung sonst noch abgeschlossen wurden und von nach und nach ans Licht des Tages kommen. Aber Egal: Scheuer ist inzwischen ohnehin deklassiert. Und zwar von seinem Kollegen aus der Gesundheitsfraktion. Jens Spahn hat ihn nicht nur leicht überholt, sondern absolut in die Schranken gewiesen und weit in den Schatten gestellt. Dabei sind auch bei ihm sicher noch längst nicht alle Verschwendungen bekannt. Aber schon jetzt darf er sich als der neue König fühlen. Jedenfalls dann, wenn eine der dümmsten Einrichtungen in diesem unserem Land die Wahrheit verkündet hat. Darauf hat man sich bisher immer verlassen können. Die Einrichtung heißt "Bundesrechnungshof" und wird von vielen als zahnloser Tiger angesehen. Schließlich kann er mit seinen über 1100 Bediensteten zwar alle von ihm für nötig erachteten Unterlagen anfordern, sichten und bewerten – aber damit hat es sich dann auch. Konsequenzen für die von dieser überflüssigen Behörde bloßgestellten Geldverschwender hat niemand zu befürchten. Außer dass sie einige Tage durch die Überschriften aller möglichen Medien getrieben werden: Bis eine neue Sau auftaucht und sich durchs Dorf treiben lässt. Der Bundesgesundheitsminister habe – so der Vorwurf – für schätzungsweise über eine Milliarde Euro unbrauchbare Masken gekauft. Wenn es denn so war, dass die Einkäufe sich bei einer sorgfältigen Prüfung als untauglich erwiesen hätten, dann ist das eine Katastrophe, die zwar nicht der Person des Jens Spahn angelastet werden kann, aber sein Ministerium als unfähig zeigt. Nicht weniger schlimm als das Versagen des Ministeriums in einem normalen Geschäftsbetrieb ist die absolut menschenverachtende Idee, solche Masken an Obdachlose, Behinderte oder Hartz-IV-Empfänger zu verteilen. Die Unterscheidung zwischen "normalen" Menschen, denen ordentliche Masken zustehen, und solchen, für die auch "Schrottmaterial" reicht, macht sprachlos. Gut, dass sich das Arbeitsministerium erfolgreich gegen das Vorhaben gewandt hat.
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