Flegelhafte Milliardäre - und Kriegsverbrecher
Aus der Überschrift geht noch nicht hervor, von wem in den folgenden Zeilen die Rede sein wird. Da
kommen mehrere Kandidaten in Frage. Nicht einmal das Herkunftsland geht aus der kurzen
Charakterisierung hervor. Schon ein kurzes Nachdenken führt allerdings zu dem Ergebnis, dass der
Millionär des gehobenen Mittelstandes aus diesem unserem Land nicht gemeint sein kann: Der ist zwar
reich genug, sich einen zweimotorigen Propellerflieger zu leisten, aber das gilt in der Klasse der
Milliardäre eher als Armutszeichen, als AOK-Chopper der Lüfte sozusagen. Und ein Kriegsverbrecher
ist er auch nicht. Jedenfalls noch nicht.
Milliardär gilt aber für den früheren KGB-Agenten aus dem damaligen Ostdeutschland. Zumindest nach
allem, was durch den in der Beziehung immer noch „Eisernen Vorhang“ dringt. Auf rund 70 Milliarden
wird das von ihm und für ihn aufgehäufelte Vermögen geschätzt. Das allwissende Wikipedia behauptet
jedenfalls, der für ihn auf Staatskosten für etwa 1,1 Milliarden Euro gebaute Palast am Schwarzen
Meer stehe auf einem Grundstück, das 39-mal so groß ist wie das Fürstentum Monaco. Flegelhaft ist
jemand, der eine Staatsgästin mit einer Hundephobie von dem hauseigenen Labrador beschnüffeln
lässt. Und wer sein Nachbarland überfällt, der ist zweifelsfrei ein Kriegsverbrecher.
Allein – was ist das alles im Vergleich zum Größten aller Großen?
Auch wenn der sich selbst als Herrscher der Welt einschätzende Präsidenten-Darsteller auf läppische
sechs Milliarden Dollar geschätzt wird – mit denen er in Good old Germany nicht einmal unter die
reichsten zwei Dutzend Menschen aufgenommen werden könnte -, sein Einfluss geht entschieden
weiter. Er ist nicht auf einen Billigflieger angewiesen, sondern hat gerade erst einen 400 Millionen
teuren Boeing-Jumbojet 747 als Geschenk von Geschäftspartnern entgegengenommen. Der zunächst auf
400 Millionen geschätzte Um- und Ausbau zur fliegenden Festung wird letztlich bis eine Milliarde
gekostet haben.
Dass auch er ein Kriegsverbrecher ist, hat er gleich mehrfach bewiesen, indem er von „Deals“
schwafelt und derweil tonnenweise Bomben auf andere Länder abwerfen lässt.
Dagegen treten die menschlichen Flegeleien bei öffentlichen Auftritten weit zurück: Da staucht er
einen Präsidenten-Kollegen vor laufenden Kameras dafür zusammen, dass der in einem Tarnanzug vor
dem Weißen Haus erschienen ist, den er trägt, seitdem sein Land in einem Angriffskrieg überfallen
wurde und er die Abwehr organisiert. Besonders abgesehen hat der Trampel es bei den
Pressekonferenzen auf den weiblichen Anteil an den Fragestellern. Denen bescheidet er gerne – und
fast grundsätzlich -, dass sie dumm sind, manchmal sogar, dass sie hässlich seien. Im günstigsten Fall
blaffte er sie nur an: „Sie sind keine schlaue Person!“ Eine Kollegin traf es heftiger: „Nun hatten wir
die Wahl: Diese Verrückten eine Atomwaffe besitzen zu lassen. Wenn du das willst, dann bist du ein
Dummkopf – und genau das bist du. Ich meine, ich kenne dich sehr gut.“ „Sie sind ein
voreingenommener, unaufrichtiger Sender. Tut mir leid. Lasst uns aufhören, denn ich habe genug.
Vielen Dank, Liebling“, blaffte er eine Moderatorin an. Und eine Reporterin, die sich erdreistete, ihn
zu seinen Verwicklungen mit der Epstein-Affäre zu befragen, kanzelte er schroff ab mit „Ruhe,
Schweinchen“ und fuhr fort: "Sie sind so schlimm. Sie sind die schlimmste Reporterin." „Ich kenne sie
seit zehn Jahren. Ich glaube nicht, dass ich jemals ein Lächeln auf ihrem Gesicht gesehen habe."
Wie auch - wer lächelt schon beim Anblick einer widerlichen Verbrecher-Fratze?