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Ein Mensch ist ein Mensch – ist ein Mensch Bei allem Verständnis für den von anderen nicht nachvollziehbaren Schmerz, den die Angehörigen zum Beispiel des zweijährigen Mädchens erleiden, das in Aschenburg ermordet wurde, sollten bei den Diskussionen darüber einige Punkte bedacht werden. Was ist das für ein Menschenbild, das den Tod abhängig von Alter, Geschlecht, Religion oder Staatszugehörigkeit schlimmer oder vielleicht weniger schlimm erscheinen lässt? Wäre die Ermordung eines alten Mannes islamischen Glaubens aus Afrika oder der eines mittelalten Jüngers des fliegenden Spaghettimonsters weniger zu verurteilen – vor allem dann, wenn der sich auch noch als Angehöriger des dritten Geschlechts geoutet haben könnte (umgangssprachlich auch Zwitter oder früher wissenschaftlich Hermaphrodit genannt)? Wer auch nur einen kurzen Augenblick ohne braunen Schaum vor dem Mund darüber nachdenkt, der muss selbst bei nur einigermaßen funktionierendem logischen Denkvermögen zwingend zu dem Schluss kommen, dass sich solche differenzierende Bewertungen grundsätzlich verbieten. Die gedankliche Beschäftigung mit dem Problem möglicherweise unterschiedlich wertvollen Lebens ist nicht neu und hat nichts mit den Flüchtlingen zu tun, mit denen gerade in unseren Tagen manche politischen Geisterfahrer sie gerne in Verbindung bringen. Aus der Ökonomie abgeleitete Fachbegriffe der Kosten-Nutzen-Analyse, die den statistischen Wert eines Lebens beschreiben, sind im ethisch-moralischen Sinne ein Werkzeug des Teufels. Solche Gedanken bewegen sich in der Nähe der „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ und damit auf direktem Weg zu dem Begriff der Rassenhygiene, einem Schlüsselwort der Nationalsozialisten, den Vorgängern der aktuellen Braunen. Der Philosoph Immanuel Kant hat das Problem eindeutig formuliert: Jeder Mensch habe eine unveräußerliche Würde, einen Wert, „der keinen Preis hat“. Das Leben eines Menschen dürfe nicht abgewogen werden - weder gegen andere Menschenleben noch gegen sonstige Güter. Wenn es um das Retten von Leben geht, werden Kinder ja oft als "mehr Wert" angesehen im Sinne von: Rettet die Kinder zuerst, die sind noch jung und haben noch ihr ganzes Leben vor sich. Es gibt reichlich Beispiele dafür, dass es Situationen gibt, in denen Menschen zu einer Wahl gezwungen sind. Denken wir nur an einen aus dem Militärischen stammenden Begriff: Unter einer „Triage“ wird in der Medizin die Entscheidung verstanden, wer am dringendsten der Hilfe bedarf. Da möchte wohl niemand die Entscheidund über Leben und Tod treffen. Aber nach dem Tod eines Menschen werden hemmungslos Unterschiede im Grad der Trauer gemacht: Wer ist in welchem Alter wie gestorben, welcher ethnischen Abstammung oder welcher religiösen Zugehörigkeit? Es ist in ausnahmslos jedem Fall ein Mensch, ein Mensch, ein Mensch.
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