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Das Verbrechen ist längst an der Spitze angekommen Vielleicht war es wirklich einmal so, dass Verbrechen in der Hauptsache von solchen Menschen begangen wurden, die in ihrem Leben zu kurz gekommen waren, die sich endlich auch einmal etwas leisten wollten. Möglicherweise kommt es auch heute noch gelegentlich vor, dass derlei Motivation hinter kriminellen Aktionen steckt. Aber es gibt längst eine völlig andere Klientel. Auch da spielt Raffgier eine Rolle. Nicht aus möglicherweise eher nachvollziehbaren Gründen des sozialen Abgehängt- Seins. Im Gegenteil: Immer öfter geraten Fälle in die Schlagzeilen, in denen vordergründig gut situierte und integre "Persönlichkeiten" in gemeinhin nicht nachvollziehbarer Weise die Hand aufhalten, um dem ohnehin prall gefüllten Konto über verschiedene Wege noch etwas hinzuzufügen. "Etwas" steht hier nicht für ein Paar lausige Euros, sondern für ein paar (und nicht ein Paar) Hunderttausende Euro. Den größten Drang nach möglichst schnellem Absahnen scheinen – zumindest nach derzeitigem Kenntnisstand – Vertreter der Parteien zu haben, die ihren Namen mit einem "C" anfangen lassen. Das sollte nach dem Willen der Parteigründer zwar für "Christlich" stehen, aber das war einmal. Heute passt, wie es das Nachrichtenmagazin auf dem Titel so großartig darstellte, das Euro-Zeichen "€" viel besser – und sieht dem "C" sogar ähnlich: €DU und €SU. Man vermag sie gar nicht mehr alle aufzuzählen, die allein im Zusammenhang mit Corona ihre Konten aufgefüllt haben. Auch wenn sich darauf gerade das öffentliche Unverständnis und die Wut konzentrieren: Das sind "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit", wie Juristen gerne eine Tatsache umschreiben, die nur noch nicht von allen Instanzen bestätigt wurden, längst nicht alle Verbrechen von bisher mehr oder weniger angesehenen Persönlichkeiten. Dem einen oder anderen hinterwäldlerischen Abgeordneten hätte man es vielleicht schon eher zugetraut, es mit "Zuwendungen" nicht so genau zu nehmen. Aber inzwischen macht der Skandal selbst vor ehemaligen oder aktuellen Ministern nicht Halt. Warum auch? In einem Land, in dem im Umfeld eines vormaligen Verteidigungsministers und späteren Ministerpräsidenten ominöse Zahlungen von Kriegswaffenherstellern ruchbar wurden, wo Schwarzgelder sogar von einem immer noch in einem der höchsten Ämter in diesem unserem Lande befindlichen Politiker angenommen wurden, darf man sich über gar nichts mehr wundern. Und es stellt sich die Frage: Ist es wirklich so viel verwerflicher, sich an Masken, Kitteln oder Impfstoffen zu bereichern als an Bombern und Panzern? Es ist völlig egal, wer sich mittels welcher Gutachten, Verträge oder mit diversen "Nebenbeschäftigungen" (manchmal sind das derart viele, dass für den "Hauptberuf" kaum Zeit bleiben kann) bei welchen Besorgungen bereichert hat. Diejenigen gehören "brutalstmöglich" bestraft. Nicht wegen lässiger Kinkerlitzchen, sondern als Verbrecher.
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